Der Bericht aus Bühl
Im Angriff nicht gut genug
Im Schwarzwald hat der Volleyball-Bundesligist evivo düren eine herbe Niederlage einstecken müssen. Mit einem 2:3 im Gepäck kehrte evivo von der Dienstreise nach Bühl zurück ins Rheinland.
25:19, 17:25, 19:25, 25:23, 13:15 lauteten die Satzergebnisse gegen den TV Bühl.. Die Gastgeber bejubelten ihre beste Saisonleistung, evivo blieb im Angriff unter seinen Möglichkeiten. Einzig Christian Dünnes stellte eine dauerhafte Gefahr dar. Darauf konnte sich der Gegner einstellen. Düren bleibt auf Rang sechs der Tabelle. Aufgrund der zeitgleichen Niederlage von Bottrop in Königs Wusterhausen ist der Kontakt zu Rang fünf nach wie vor da. Düren hat jetzt 18:18 Punkte auf dem Konto und steht vor einem spannenden Schluss-Spurt. Für die kommenden Partien gibt es zwei Ziele: evivo muss unbedingt verhindern, von Platz sechs verdrängt zu werden. Das einzige Mittel ist die Flucht nach vorne. Am kommenden Samstag ist der Tabellenvierte Moerser SC in Düren zu Gast. Düren startet gut in die Partie. Ein Flatteraufschlag von Felix Isaak bringt die 8:6-Führung. Danach geht’s Block um Block weiter. Erst packt Jaromir Zachrich zu, dann Christian Dünnes. Christoph Eichbaum verwandelt einen Gegenangriff, Zachrich blockt erneut und es steht 14:8. Bühl kommt auf 13:16 heran, weil das Zusammenspiel zwischen Merten Krüger und Isaak nicht passt. Anschließend blockt der bei Bühl eingewechselte Dollhofer gegen Eichbaum und es steht nur noch 16:15 für evivo. Jetzt ist wieder Zachrich-Zeit. Zwei schöne Blocks bringen evivo vorentscheidend auf 20:16. Kamil Kacprzak verwandelt einen Gegenangriff zum 21:16 und versenkt kurz darauf den Satzball zum 25:19. Ein Mann auf Seiten des TV Bühl geht anschließend hohes Risiko und wird belohnt. Dürens ehemaliger Star Heriberto Quero deckt evivo mit fünf krachenden Aufschlägen in Folge ein. Diese Serie markiert den Beginn einer Leidenszeit für Mannschaft und Fans aus Düren. Die Gäste finden in der Folge im Angriff überhaupt nicht statt. Über 1:5 wächst der Dürener Rückstand auf 3:12, weil Bühl gut blockt und seine Chancen zum Gegenangriff konsequent nutzt. Die Fehlentscheidung des Schiedsgerichts zum 3:12, bei der ein Ball nach Angriff Eichbaum vom Block an die Antenne fliegt, Bühl aber trotzdem den Punkt erhält, hat auf den Satzverlauf keinen Einfluss mehr. Bühl ist im Aufschlag und Angriff überlegen, Düren spielt jetzt aber zumindest mit und schafft es, einen Rhythmus aufzubauen. Der Satz ist aber längst verloren und endet 17:25. Zu Beginn von Durchgang drei scheint evivo wieder in der Partie zu sein. Die Mannschaft führt mit guter Block- und Feldabwehr 3:0. Dank starker Aufschläge von Quero und Zuspieler Sturkenboom gleicht Bühl schon zum 8:8 aus. 12:10 für Düren heißt es nach einem erfolgreichen Isaak-Block und einem Annahmefehler bei Bühl. Gute Aufschläge hat Düren in der Folge aber viel zu selten zu bieten. Bühl dagegen kann in diesem Element wieder zulegen. Düren hat aufgrund der guten Aufschläge der Gäste Probleme mit der niedrigen Deckenhöhe in der Bühler Halle. Die Sorge, dass Annahmen und abgewehrte Bälle das obere Ende der Halle berühren, ist spürbar. Bekanntlich spielt der TVB in dieser Saison noch mit einer Ausnahmegenehmigung und zieht im Sommer in eine neue, größere Halle um. Der Satz dreht sich. Bühl geht mit guten Gegenangriffen nach verunglückten evivo-Annahmen und einem Block gegen Christian Dünnes mit 14:12 in Führung. Jetzt dreht der Schweizer Bruschweiler auf, der Düren die gesamte Partie über Kopfzerbrechen bereitet. Dazu kommt das Pech, dass die Linienfehler auf Bühler Seite im Verlauf der Partie nicht ein Mal gepfiffen werden. Bruschweilers Fuß ist beim Aufschlag und Angriff aus dem Hinterfeld allein in dieser Phase gleich drei Mal da, wo er nicht sein sollte. Die Vorentscheidung zum 20:15 für Bühl fällt, als ein Aufschlag der Gastgeber von der Netzkante ins evivo-Feld tropft. Bühl ist jetzt wie im Rausch, verteidigt sehr stark und hat Glück. Technische Fehler, die schon seit Satz zwei passieren, werden der Mannschaft nicht abgepfiffen. Das Momentum ist völlig auf der Seite der starken Gäste. Allerdings schafft es Düren, den Rausch der Gäste abzuschwächen. Nach der ersten technischen Auszeit ist auch die Dürener Abwehr wieder im Spiel, Dünnes versenkt den Gegenangriff zum 9:7. Nikolai Kracht lässt einen Block zum 10:7 folgen. Von nun an entwickelt sich ein offener Schlagabtausch. Bühl hat zunächst die besseren Nerven und arbeitet gut gegen das zu einseitige Dürener Spiel. Ein Block gegen Dünnes bringt Bühl auf 18:19 heran. Zum 20:20 produziert evivo einen Annahmefehler. Den entscheidenden Vorsprung holt Michael Olieman mit einem Ass zum 23:21 heraus. Dünnes verwandelt den Satzball zum 25:23. Den Tie-Break eröffnet Quero mit zwei starken Aufschlägen, die seine Mitspieler in Punkte verwandeln können. Düren gleicht mit einem Dünnes-Gegenangriff nach gutem Aufschlag Zachrich zum 2:2 aus. Dann wird Dünnes zwei Mal geblockt, Kracht wackelt in der Annahme und der Gegner bejubelt eine 7:3-Führung. Dünnes alleine ist es zu verdanken, dass evivo zum 9:9 ausgleicht. Der evivo-Kapitän serviert drei Asse. 10:12 heißt es kurz darauf, weil Eichbaum geblockt wird. Der revanchiert sich mit einem Block zum 12:12. Die letzten Bälle sind typisch für die Partie. Der evivo-Spielaufbau ist zu wacklig. Bühl hat sich gut darauf eingestellt, dass evivo in diesen Momenten nur über Dünnes spielt und blockt erneut. 14:12. Den ersten Matchball wehrt evivo ab, den zweiten eigentlich auch. Allerdings berührt der Ball aus der evivo-Abwehr heraus ganz leicht die Decke. Der TVB gewinnt 15:13. Bühl jubelt, bei evivo sitzt der Frust tief. Viele kleinere Faktoren haben eine Rolle gespielt. Mit der kleinen Halle hatte Düren mehr Probleme als erhofft. Das Verhältnis von einem geahndeten technischen Fehler auf Bühler Seite und zweien auf Dürener spiegelt die Realität keinesfalls wieder. Vor allem in den Phasen, in denen Bühl wie im Rausch spielte, produzierte die Mannschaft eine Reihe von Fehlern, die allerdings nicht geahndet wurden. Größeren Anteil hatte die Tatsache, dass der TV Bühl im Angriff variabler war. „Wenn wir den Ball in den Block oder ins Aus schlagen, dann hat das nichts mit Deckenhöhe oder Schiedsrichter zu tun. Dann sind wir selbst schuld“, formulierte Co-Trainer Björn-Arne Alber den Hauptgrund für die Niederlage. Die Block- und Feldabwehr funktionierte erneut stark. Der Einsatzwille bei allen Spielern war deutlich zu erkennen. Um so tiefer saß nach dem Spiel der Stachel Enttäuschung bei der Mannschaft und den mitgereisten 50 Fans, die ihre Mannschaft in Bühl lautstark unterstützt hatten.
















