Das Viertelfinale, Teil2
Das Halbfinale klar machen
Das erste Tabu ist gebrochen, das zweite soll gleich folgen. Im ersten Viertelfinal-Spiel um die deutsche Meisterschaft hat Volleyball-Bundesligist evivo düren den Angstgegner Netzhoppers Königs Wusterhausen deutlich mit 3:0 geschlagen. Ein Sieg gegen die Brandenburger war bis dahin so lange her wie gegen kein anderes Team der Liga – über zwei Jahre. Jetzt geht es für Düren darum, auch auswärts bei den Netzhoppers zu bestehen. Die letzten beiden Duelle in der „Brandenburger Hölle“ hat evivo verloren. Jetzt bläst die Mannschaft von Trainer Sven Anton zum Angriff. Gelingt am Mittwoch um 19 Uhr in der Landkost-Arena in Bestensee ein Sieg, dann ist Düren im Halbfinale dabei. Im Falle einer Niederlage treffen sich beide Mannschaften am Ostersamstag in Düren zur entscheidenden Partie wieder. „Wir wollen die Sache schon am Mittwoch klar machen“, sagte Trainer Sven Anton zur Zielsetzung für die Dienstreise in den Speckgürtel von Berlin.
Wie schwer die Netzhoppers zu Hause zu knacken sind weiß evivo aus leidlicher Erfahrung. Im November gab es eine schmerzhafte 2:3-Niederlage. Das Rezept, um in Brandenburg zu bestehen, kennt die Mannschaft ganz genau. „Wenn unsere Annahme so stabil ist wie im Hinspiel, dann hat KW schlechte Karten“, sagte Spielmacher Sebastian Kühner. Der Dürener Spielaufbau war stabil und variabel. Genau da werden die Netzhoppers ansetzen. „Wir sind stark genug, um da zu bestehen“, gab sich der Trainer optimistisch. Ein weiterer Grund für die Zuversicht: Alle Mann, die derzeit nicht auf der Verletzten-Liste stehen, sind fit und motiviert. Das gilt auch für Michael Olieman. Die Rückenprobleme des angriffsstarken Niederländers gehören offenbar der Vergangenheit an. Im Hinspiel kam der Linkshänder erstmals zum Einsatz. Das hat das Konzept von Mirko Culic, dem Trainer der Netzhoppers, durcheinander gebracht. Der Überraschungseffekt ist damit aufgebraucht. Das sorgt die Dürener jedoch nicht. „Je häufiger wir in der neuen Aufstellung zusammen spielen, desto sicherer werden wir“, erklärte Sven Anton. Die Neuigkeit neben Olieman: Düren bester Angreifer Christian Dünnes war in den Außenangriff gewechselt und dominierte das Spiel von dort aus. Spielmacher Sebastian Kühner hatte mit Olieman, Dünnes und Kapitän Jan Umlauft stets drei starke Außenangreifer zur Verfügung. Mit diesem Konzept sowie einem gesunden Maß an Motivation und Ruhe will evivo den Sieg davon tragen.
Die Mannschaft ist sich bewusst, dass das Auswärtsspiel zu einer echten Bewährungprobe werden wird. Denn KW präsentiert sich, unterstützt von einsatzfreudigen Fans in einer kleinen Halle, meist sehr heimstark. Und da zieht die Mannschaft auch ihre Motivation her. „Wir wollen uns vor unserem Publikum stark präsentieren“, sagte Netzhoppers-Kapitän Manuel Rieke.
Wiederschein fällt vier bis sechs Wochen aus
Auf Dürener Seite fehlt beim zweiten Viertelfinalspiel am Mittwoch um 19 Uhr bei den Netzhoppers Königs Wusterhausen neben den Langzeitverletzten Alexander Mayer und René Reinaerts auch Spielmacher Ilja Wiederschein. Der 32-Jährige wurde am Dienstag an seinem lädierten Knie operiert. Mannschaftsarzt Dr. Jörn Hillekampf vom St. Augustinus Krankenhaus Lendersdorf teilte mit, dass ein Knorpelschaden in Wiederscheins Knie festgestellt worden war, den sein Team und er am Dienstag geglättet haben. Dürens langjähriger Regisseur fällt damit für vier bis sechs Wochen aus. Selbst wenn evivo in das Finale kommen sollte, ist es unwahrscheinlich, dass „Ilse“ in dieser Saison noch einmal auflaufen kann. Für die kommende Spielzeit sieht der evivo-Mannschaftsarzt Dr. Jörn Hillekamp jedoch keine Probleme bei Ilja Wiederschein. Wir wünschen „Ilse“ auf dem Weg natürlich gute und schnelle Besserung.
Für Wiederschein rückt erneut Sebastian Kühner in die Dürener Regiezentrale. Als Ersatz wird diesmal Co-Trainer Björn-Arne Alber fungieren. Der 28-Jährige hat viele Jahre für evivo in der ersten Liga gespielt. Wie schon Ex-Bundesligaspieler Tilo Koch am vergangenen Wochenende wird Alber jedoch hoffen, dass er nicht eingesetzt werden muss. Denn das würde bedeuten, dass Sebastian Kühner problemlos durch die Partie gekommen ist.
















