Starker Start in die Playoffs
Eine eindeutige Antwort
Die Frage war berechtigt: Wie würde evivo düren mit dem großen Verletzungspech, dass die Mannschaft schon die gesamte Saison über plagt und dass vor dem Beginn der Playoffs noch einmal schlimmer geworden ist, umgehen? Bestens – so lautete die deutliche Antwort, die die Volleyballer von der Rur im ersten Viertelfinalspiel um die deutsche Meisterschaft gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen gegeben haben. KW hatte nur im ersten Satz einen Chance. Danach dominierte die Mannschaft, die ohne ihren erfahrenen Spielmacher Ilja Wiederschein auskommen muss, deutlich. Nach den Dauer-Verletzten René Reinaerts und Alexander Mayer fällt Wiederschein mit einem Meniskusschaden, der am Dienstag operativ behoben werden soll, aus. Trotzdem war der Routinier froh. „Basti hat seine Sache sehr gut gemacht“, lobte Wiederschein Sebastian Kühner, den Mann, der jetzt die Fäden zieht. 25:23, 25:19, 25:18 - so lauteten die Satzergebnisse vor 1200 Zuschauern in der ARENA Kreis Düren. Nächste Umstellung im evivo-Spiel: Der Niederländer Michael Olieman spielte erstmals von Beginn an. Er lief auf der Position des Hauptangreifers auf. Christian Dünnes rückte dafür in die Annahme. Und diese Umstellung hat dem Team gut getan. „Es ist egal, auf welcher Position Dünnes spielt. Wir konnten ihn nicht halten“, machte Netzhoppers-Trainer Mirko Culic ein Kompliment an den starken Angreifer. Der Unterschied: Dünnes musste die Hauptlast im Angriff nicht mehr alleine tragen. Mit Olieman, Dünnes und Kapitän Jan Umlauft hatte Sebastian Kühner drei starke Außenangreifer zu Wahl. „Das macht es wesentlich einfacher“, so Kühner. Denn je mehr Optionen Düren im Angriff hat, desto schwerer wird es für den Block der Gegner.
Neben der neuen Aufstellung waren noch zwei weitere Elemente für den Sieg verantwortlich: Neben Dünnes waren vor allem Umlauft und Abwehrchef Fabian Kohl stark. Dazu kam der höchst motivierte Auftritt der Dürener. Das Team hatte noch eine Rechnung offen mit den Netzhoppers. Schließlich musste evivo in der Normalrunde zwei schmerzhafte 2:3-Niederlagen einstecken. Das merkte man beispielsweise Artur Augustyn an. Der Blocker flog bei einer Rettungsaktion auf das Pult des Hallensprechers und kassierte dafür Sonderapplaus.
Satz 1: Zu Beginn hat KW die Nase vorne und führt nach Dürener Angriffsfehlern 5:3. Das Blatt wendet sich mit schnell mit starken Aufschlägen von Christian Dünnes. Sebastian Kühner markiert mit einem Block das 8:6. Vor der zweiten technischen Auszeit blockiert der Dürener Spielmacher erneut gut und erhöht auf 16:13. Doch KW kommt seiner geduldigen und abwehrstarken Spielweise zurück. Mit einem Angriffsfehler von Dünnes steht es 22:22. Trotzdem jubelt Düren: Jan Umlauft blockt Matthias Böhme zum 25:23.
Satz 2: KW liegt nach guten Angriffen von Böhme 5:2 vorne. Doch Düren kann schnell kontern. Artur Augustyn und Renzo Verschuren blocken, Dünnes verwandelt einen Gegenangriff und evivo führt 12:10. Ein weiterer Kühner-Block, ein Angriff von Olieman und ein Böhme-Fehler bringen Düren auf 18:13 davon. Augustyn beendet den Satz mit einem Ass zum 25:19.
Satz 3: Die schlechte Dürener Startphase wiederholt sich abermals: Dünnes verzieht im Angriff und KW führt 4:2. Ein Augustyn/Umlauft-Block sowie ein guter Angriff von Umlauft nach Abwehr von Fabian Kohl bringen das 7:7. In den kommenden Minuten kann sich keine Mannschaft absetzen. Ein Fehler vom Matthias Böhme bringt KW dann mit 15:17 ins Hintertreffen. Der eingewechselte evivo-Blocker Felix Isaak hat seine Hände zum 18:15 an der richtigen Stelle. Es folgen drei Angriffsfehler der Gäste in Folge. Isaak beendet das Spiel mit einem Ass.
„Ich bin sehr erleichtert, dass alles so gut geklappt hat. Schließlich haben wir in dieser Aufstellung noch nicht gespielt“, sagte Kühner nach der Partie. Am Mittwoch tritt evivo um 19 Uhr bei den Netzhoppers an und will den Halbfinaleinzug perfekt machen. Sollte das nicht gelingen, dann sehen sich beide Mannschaften am kommenden Samstag in Düren noch einmal wieder. Die Netzhoppers haben jetzt ein paar Tage Zeit, um sich eine Taktik gegen die neue evivo-Aufstellung auszudenken. KW-Kapitän Manuel Rieke machte evivo ein Kompliment. „Diese Verletzungsprobleme können nicht viele Teams kompensieren. Düren hat die Spieler dazu“, sagte er mit anerkennendem Nicken. Gleichzeitig kündigte er an, dass sich sein Team steigern wird. „Wir wollen uns vor unseren Fans zu Hause teuer verkaufen. Beim Hinspiel waren wir zwar nicht schlecht. Im Rückspiel werden wir aber besser sein.“ Das hofft auch evivo-Trainer Sven Anton von seiner Mannschaft. „Je mehr wir jetzt mit der neuen Aufstellung spielen, desto besser werden wir“, sagte der 39-Jährige. Anton zeigte sich zudem erleichtert, dass Olieman, der lange von Rückenproblemen geplagt war und fast ein Jahr pausieren musste, einen großen Schritt zurück zu seiner alten Klasse gemacht hat. Gerade rechtzeitig zur Endphase der Saison. „Wir haben immer gesagt: Er ist da, um uns in den Playoffs zu helfen. Das macht er jetzt.“
















