Der Bericht aus Bottrop
Wenn´s einmal nicht läuft . .
....dann passt gar nichts mehr zusammen. Diese Erfahrungen haben die Volleyballer von evivo düren bei ihrer jüngsten Aufgabe auswärts in Bottrop gemacht. Mit 0:3 hat der Tabellendritte das Spiel beim Aufsteiger RWE Volleys überraschend deutlich verloren. 20:25, 23:25, 24:26 lauteten die Satzergebnisse. Für die Niederlage hat es eine ganze Reihe von Gründen gegeben. Den wichtigsten nannte Trainer Sven Anton nach der Partie als aller erstes. „Wenn wir es nicht schaffen, unser Grundniveau abzurufen, dann können wir nicht gewinnen.“ Und genau das war in Bottrop passiert. Düren leistete sich ungewohnt viele Fehler, auf der anderen Seite machte der Gastgeber das bisher beste Spiel der Saison. Vor allem in Sachen Block- und Feldabwehr - sonst eine große evivo-Stärke – spielte sich Bottrop regelrecht in einen Rausch. „Bei denen hat alles geklappt. Da war sicher viel Glück dabei“, so Anton. „Aber sie waren einfach besser als wir“, so der Trainer.
Der evivo-Auftritt im Rurpott stand von Anfang an unter keinem guten Licht. Zuerst erreichte die Mannschaft die Spielstätte aufgrund eines Staus später als geplant. Die Zeit, sich an die vergleichsweise düsteren Lichtverhältnisse in der Dieter-Renz-Halle zu gewöhnen, war knapp bemessen. Das machte sich im ersten Satz bemerkbar. Düren war noch gar auf dem Feld, da führte Bottrop schon 10:4. Eine stark fehleranfällige Annahme und leichte Angriffsfehler zeigten, dass Düren nicht im Spiel war. Im Gegensatz zu den Gastgebern. Die witterten ihre Chance und spielten sich in einen Rausch, der bis zum Ende des Spiels anhalten sollte. Zu erwähnen ist hier vor allem der neue Zuspieler Jonathan Windern, der den evivo-Block oftmals auseinander spielen konnte. Dazu kamen Abwehraktion der Gastgeber, die nicht in jedem Spiel so gelingen. So war evivo in Satz Nummer eins ohne echte Chance.
Fortan sah es so aus, als könnten sich die Rheinländer in die Partie kämpfen. Zumindest in Sachen Einsatz hielt Düren dagegen, wenngleich es den Gästen nicht gelang, die eigenen Fehler zu reduzieren. 10:7 und 15:10 führte Bottrop, weil Dürens Annahme zu unsicher war. Mit der Einwechslung des Kanadiers Tim Gourlay wurde das evivo-Spiel etwas stabiler. Das Fehlermachen wechselte die Netzseite, Düren glich nach Annahmefehlern der Gastgeber, einem schönen Einerblock von Artur Augustyn und einer genutzten Punktchance von Gourlay bei eigenem Aufschlag zum 17:17 aus. Die Vorentscheidung fiel beim 22:21 für Bottrop. Christian Dünnes war mit einem gelegten Ball erfolgreich, das Schiedsgericht entschied jedoch falsch und lies den Ball weiter spielen. Der Gegenangriff der Bottroper saß und bedeutete das 23:21. Beim Stand von 23:24 aus Dürener Sicht schlug Joram Maan für die RWE Volleys geschickt den Dürener Block an und die Gastgeber feierten den zweiten Satzerfolg.
Keine Besserung im evivo-Spiel nach der Satzpause. Bis zum 12:12 schenkten sich beide Teams nichts, dann fabrizierte Düren erneut Fehler in der Annahme der gegenerischen Aufschläge. Bezeichnend der Ball zum 15:12, den die Gastgeber mit Geschick und Glück nach langem Hin und Her gewinnen konnten. Fortan reduzierte evivo die Fehler wieder. Bis auf eine Ausnahme. Die Chancen zum Angriff nach eigenem Aufschlag, die sich die Mannschaft jetzt in Serie erarbeitete, wurden so gut wie nicht genutzt. Ein Bottroper Annahmefehler bedeutet den 22:22-Ausgleich. Wenig später landet ein Angriff der Gastgeber im Aus, Düren führt 24:23. Wie man die so genannten Punktchancen nutzt, zeigten die RWE Volleys, als sie sich ihren ersten Matchball holen. Den können die Gastgeber auch direkt nutzen, weil ein Angriff von Christian Dünnes, der im Feld der Bottroper den Boden berührt hat, vom Schiedsgericht als Aus gewertet wird.
Trainer Sven Anton redete nach dem Spiel Klartext. Weder die unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen noch die verspätete Ankunft seien maßgeblich gewesen. „Wir haben das Spiel verloren, weil wir gar nicht auf dem Feld gestanden haben. Wir waren viel zu verkrampft und unsicher. Hätten wir unsere Leistung gebracht, dann hätten alle anderen Faktoren keine Rolle gespielt.“ Jetzt komme es laut Anton darauf an, dass die evivo-Mannschaft die richtigen Schlüsse aus der ersten unnötigen Niederlage der Saison zieht und sich gut auf große Aufgabe im Pokalfinale gegen Generali Haching am kommenden Sonntag vorbereiten kann.
In der Tabelle bleibt Düren Dritter. Der Vorsprung auf dem Verfolger SCC Berlin ist jedoch auf einen Sieg geschrumpft. Düren darf sich in den verbleibenden zwei Liga-Spielen vor dem Beginn der Endrunde in Rottenburg und zu Hause gegen Wuppertal keinen Ausrutscher mehr leisten.
















