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Kampfgeist gegen sehr starken Gegner
Am Samstagabend kassierte evivo Düren vor eigenem Publikum die erste Niederlage dieser Saison. Somit ist der Gast aus Haching nun die einzige noch ungeschlagene Mannschaft in der Volleyball-Bundesliga. Unser junges Team zeigte jedoch beim 1:3 gegen die Bayern trotz teilweise deutlicher Unterlegenheit, wozu es mit Kampfgeist, Moral und Leidenschaft fähig ist, und gewann damit die Sympathien der Zuschauer in der Arena. Eine Niederlage gegen einen derart stark aufspielenden Kontrahenten ist zu verkraften, zumal evivo ja bereits zwei Siege aus schwierigen Auswärtsspielen auf dem Konto hat.
Es war schon eine eindrucksvolle Mannschaft, mit der Haching am Samstag in der Arena antrat, nicht allein wegen Hauptangreifer Christian Dünnes, der in den vergangenen Jahren unser erfolgreichster Punktesammler war. Der aktuelle Champions-League-Teilnehmer, der bereits den VfB Friedrichshafen mit 3:1 bezwungen hatte, verdeutlichte dann auch spielerisch seine Ambitionen auf den Gewinn der deutschen Meisterschaft. Unsere Mannschaft ließ sich zunächst weder von Namen noch von Titeln beeindrucken und hielt das Duell mit dem favorisierten Gast lange Zeit offen. Bis zur zweiten technischen Auszeit reichte das große Engagement unserer jungen Wilden, um Haching unter Kontrolle zu halten. Dann unterliefen ihnen ein paar Fehler, die die Bayern eiskalt ausnutzten, um sich den entscheidenden Vorsprung zu sichern. Düren kam nicht mehr heran und so endete der erste Satz 20:25.
Nun folgte eine Lehrstunde für evivo. Christian Dünnes servierte reihenweise Aufschläge und seine Mannschaft sorgte dafür, dass Düren im zweiten Satz völlig chancenlos war. Egal, wohin unsere Spieler die Angriffe schlugen, immer kam ein Hachinger an den Ball. Die Zahl auf der rechten Seite der Anzeigetafel stieg unaufhörlich, weil die Gäste weder im Angriff noch in der Abwehr zu bezwingen waren. Wegen dieser perfekten Leistung des Gegners konnte unser Team bis zur zweiten Auszeit gerade mal vier Punkte sammeln. Am Ende des Satzes waren es zehn Zähler.
Wer nun aber dachte, dass das Spiel angesichts des deutlichen Unterschieds bald beendet sein würde, unterschätzte die Moral der neuen Dürener Mannschaft. Obwohl sie durch den verletzungsbedingten Ausfall von Stefan Hübner nach der Zehn-Minuten-Pause noch weniger Erfahrung bieten konnte, kämpfte sie sich zurück ins Spiel. Zu Beginn des dritten Satzes ging sie sogar in Führung und signalisierte dem Gegner, dass sie sich noch lange nicht geschlagen geben wollte. Nun war die Partie wieder völlig offen. Die Fans witterten die Chance und brachten die Arena zum Kochen. Unsere Spieler hatten Haching nun so im Griff, dass sie ihre eigenen Angriffe vollenden konnten. Beim 26:24 war der Satzgewinn perfekt. Mihai Paduretu zollte evivo später Respekt für dieses Comeback.
Leider konnte unsere Mannschaft dieses hohe Niveau im vierten Satz nicht mehr halten. Haching nutzte die Fehler, die nun auf Dürener Seite wieder vermehrt zu sehen waren, routiniert aus und setzte sich allmählich ab. Evivo wehrte sich, fand aber keine passenden Mittel gegen die sicheren Aktionen der Gäste, die den Satz mit 25:15 für sich entschieden und damit das Spiel gewannen.
Diese Überlegenheit des Favoriten müssen wir einfach anerkennen. Wenn Haching dieses Niveau halten kann, haben wir am Samstagabend vielleicht den kommenden deutschen Meister gesehen. Unsere kampfstarke Mannschaft steht nun vor der nächsten großen Herausforderung. Am nächsten Samstag geht es an den Bodensee zum VfB Friedrichshafen.
Markus Schnitzler
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